Refuge Island

08.01.10, 00:42:34 by Turnschuh

Schon als ich in Australien ankam, sind mir diese Hinweisschilder aufgefallen.
Darauf waren entweder ein Fahrrad oder zwei Spaziergänger abgebildet und darunter stand:
"Refuge Island".
So, nun übersetzte ich also: Island = Insel....Refuge musste dann wohl der Name der Insel sein, ganz klar.
Hier gab es also Radwege und Fußwege zu einer Insel namens "Refuge".Leuchtet ja ein!
Zunehmend wunderte ich mich mehr und mehr, dass diese Schilder überall auftauchten und konnte mir nicht weiter erklären, dass eine Insel dieser Größe hier in der Nähe sein sollte, ich diese aber nie gesehen habe.
Des Rätsels Lösung fand ich bald heraus: Refuge Island ist tatsächlich eine Insel, allerdings nicht in einem Fluß, See oder im Meer, nein, diese Insel liegt im Straßenverkehr und bietet Fußgängern, in manchen Fällen auch Radfahrern, die Möglichkeit, die Straße sicher zu überqueren.

Unser erstes Weihnachtsfest in Australien

04.01.10, 00:07:38 by Turnschuh

Den 24 Dezember 2009 verbrachten wir, wie die meisten Australier, am Strand.
Morgens fuhren wir, gemeinsam mit einer anderen deutschen Familie, in Richtung Survers Paradise und suchten uns dort ein schönes Plätzchen, wo die Kinder ins Wasser konnten.

Wir fanden einen Strand mit einer riesigen Pfütze in welche immer wieder frisches Meerwasser floss.
Dieser Ort erschien uns perfekt und wir blieben dort einige Stunden.
Leonie und Max genossen den Riesensandkasten und das warme Wasser.
Wir Erwachsenen aßen Spekulatius zu gekühlter Limonade, bei circa 32°C und genossen die Sonne.

Auf dem Rückweg stoppten wir an einem Park mit öffentlichem BBQ.
In fast jedem etwas größeren Park hier gibt es öffentliche, saubere und kostenlose Grillplätze und ein WC.
Ein Gasgrill ist in eine gemauerte Vorrichtung eingelassen und erwärmt sich auf Knopfdruck.
Man benötigt also lediglich eine Kühltasche mit Grillgut und etwas Geschirr um einen schönen Grillnachmittag im Park verbringen zu können.
Meistens sind Spielplätze angrenzend an diese BBQ-Area vorhanden, so auch in unserem Fall.
Das freute sowohl uns (da wir in Ruhe zusammensitzen und plaudern konnten) als natürlich auch die Kinder.

Nach unserem Weihnachtsfestessen machten wir uns dann auf den Weg nach Hause.
Leonie hielt einen langen und ausgiebigen Mittagsschlaf und wir hatten genügend Zeit, Christkind zu spielen.
Wir platzierten alle Geschenke unter unserem wunderhübschen Plastiktannenbaum von immerhin fast 60 cm Größe und versuchten ihn dabei nicht durch die Präsente zu verdecken.
Dies gestaltete sich etwas schwierig, also türmten wir alles daneben auf.

An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass sich bereits die Dekoration unseres Bäumchens über einige Tage erstreckt und somit viel Zeit und Nerven gekostet hatte.
Die Australier mögen es bunt, leuchtend, blinkend...für meine Begriffe absolut kitschig.
Hier bekommt man einfach alles, was an eine Super Party oder Karneval erinnert.
Christbaumschmuck in Neonfarben, Lichterketten für Tannenbäume sind fast ausschließlich bunt, die Farbe wechselnd und natürlich blinkend.
Man hat auch seine liebe Not, wenn man eine kurze Lichterkette sucht, was bei uns absolut erforderlich war, wenn wir nicht wollten, dass unser Weihnachtsbaum wie eine Kabeltrommel aussieht.

Unsere Nachbarin half uns aus der Patsche. Sie stand eines Tages vor der Tür, mit einer kleinen Lichterkette...in Sternform...rot...aber immerhin nicht blinkend.

Man kann sich auch passend zum Baum kleiden, wenn man das möchte.
Santa Clause und Elfenkostüme gibt es schon für die Kleinsten.
Dieses Outfit kann man dann mit blinkenden Weihnachtmann-Ohrringen, Broschen oder Ketten noch aufpeppen.

Weihnachten ist hier eben etwas anders.
So feierten wir am 24.12.2009 unser kleines Weihnachtsfest im Kreis der Familie.
Als Leonie vom Mittagsschlaf erwachte, war das Christkind bereits da gewesen.
Am 25.12 morgens kam dann noch Santa Clause und brachte weitere Geschenke.
Es war ein anderes Weihnachtsfest, aber letztlich ein wunderschönes.

Die lieben Tierchen...

03.12.09, 00:41:34 by Turnschuh

Nun sind wir schon länger als einen Monat in Australien und haben uns etwas eingelebt.
Wir haben mittlerweile guten Kontakt zu unseren Nachbarn und uns auch etwas intensiver mit der Tierwelt befasst.
Wir haben gelernt, dass man immer, egal wo man lebt und wie sauber die Wohnung auch ist, auf einen kleinen (oder auch etwas größeren) Besucher gefasst sein muss.
Mensch und Tier leben zusammen...Hand in Hand...Tür an Tür...
Manche sind etwas niedlicher...wie zum Beispiel die Geckos, welche in unserer Mülltonne wohnen...und manche nicht ganz so nett anzusehen, wie Mr. Cockroach, welcher in unserem Herd sein neues zu Hause gefunden hat.
Mr. Cockroach ist eine große Flugkakerlake.
Das erste Mal haben wir uns an einem wunderschönen Abend getroffen, als ich gerade in die Küche ging, um Leonie einen Apfel zu schneiden.
Ich machte das Licht an und da saß er... er präsentierte sich von seiner besten Seite, zeigte sich in voller Größe und saß auf meiner Anrichte.
Ich rief zunächst fragend, dann zunehmend hysterischer nach Andy, welcher sich gerade ein Nickerchen gönnte.
Er eilte mir zur Hilfe und Mr. Cockroach ergriff die Flucht.
Geradewegs unter unsere spiralförmigen Herdplatten, ab zu den Kabeln ins Herdinnere.
Ich fragte unsere Nachbarin um Hilfe, welche sich köstlich über meine Aufregung amysierte.
Sie erklärte mir, dass diese Art von Kakerlaken gelegentlich in die Wohnung fliegen, aber nicht an einer Familienplanung innerhalb menschlicher vier Wände interessiert seien.
Sie riet mir weiterhin, nicht mit Insektenschutzmitteln in der Nähe des Herdes zu experimentieren, da diese hoch entflammbar sind.
Sie sagte: "put the oven on!"...und fügte grinsend hinzu: "I´m sure, it was not coming to kill you!".
Super, prima! Ich sollte also Mr. Cockroach einfach Feuer unterm Hintern machen und konnte sicher sein, dass mich keiner seiner Kumpels oder gar er selbst, umbringen würde.
Also befolgte ich den Rat und stellte alle Herdplatten an...sie wurden heiß und heißer und ich fieberte mit...wollte ihn tod sehen...bis sich schließlich mein Gewissen meldete.
Dieser arme kleine dicke Käfer...der kann doch nichts dafür, dass er so hässlich ist und so einen miesen Ruf hat...der bekam grade heiße Füße...bangte um sein Leben, hatte Angst.
Und ich begann zu hoffen, dass er bei den Kabeln, tief unten in unserem Herd in Sicherheit saß und von der Hitze nichts bemerkte.
Ich stellte die Herdplatten wieder ab und hoffte.
Einige Tage später sah ich eine Kakerlake unter unserem Bett sitzen...sah ganz entspannt aus, das Kerlchen.
Ob das wohl unser Mr.Cockroach war?
Andy sammelte dieses Exemplar ein (es ließ sich umgehend auf den Rücken fallen…streckte alle Beinchen von sich...und stellte sich Tod)...und spülte es in der Toilette runter.
Ich glaube natürlich fest daran, dass die Kakerlake dies überlebt hat und glücklich irgendwo an einem Flussufer sitzt...
Und gestern Abend haben wir dann auch unseren Mr.Cockroach gesehen.
Er ist wohlauf und lebt immer noch in unserem Herd.

Die zweite Woche

08.11.09, 00:22:00 by Turnschuh

Nachdem wir uns am Montag den 20.10 noch sieben Wohnungen angesehen haben, stand für uns fest, wo wir hinwollten. Wir hatten unsere Traumwohnung gefunden.

Nun galt es nur noch, die Vermieterin von uns zu überzeugen.
Hier werden die Mieter nach einem Punktesystem beurteilt.
Man muss mindestens 100 Identifikation Points zusammen bekommen.
Dazu zählen z.B. Kopie des Passes, des Führerscheins, der Krankenversicherungskarte etc.
Da es hier keinen Personalausweis oder ähnliches gibt,
sind die Australier von allen Karten begeistert, auf denen dein Name steht...je mehr Karten deinen Namen tragen, desto mehr bist du auch du selbst...scheinbar.
Und nicht zu vergessen, eine tolle Referenz.
Wenn man einen Landsmann mit Namen, Adresse und Telefonnummer angeben kann, welcher bestätigen kann, dass du ein "guter Mensch" bist, und noch dazu einen Doktortitel trägt, oder sogar ein Professor ist,
dann ist das ganz was feines.
Wir hatten nun riesiges Glück hier David und Daniel angeben zu können.

Nachdem Andy nun den kompletten Dienstagabend damit verbracht hatte, jede Karte, welche wir besitzen, einzuscannen und per Mail an die hoffentlich künftige Vermieterin zu senden,
kam dann am Mittwochmorgen der ersehnte Anruf:
Wir durften Samstag den 24.10 in unsere neue Wohnung einziehen.

Den Donnerstag verbrachten wir damit, schon erste Möbel und Gebrauchsgegenstände in unser neues Heim zu bringen.

Am Freitag suchten wir uns weitere Möbel und eine Waschmaschine, sowie einen Kühlschrank aus und orderten die Lieferung derer für Samstag.
Die Couch und das Bettgestell für Leonies Bett sollten später geliefert werden.

Den Samstag verbrachten wir also mit unserem Einzug in die neue Wohnung.
Wir bauten Regale und unser Bett auf,
freuten uns über die gelieferten Matratzen und die Waschmaschine und warteten....sehr lange...auf den Kühlschrank.

Um 21:00 Uhr abends gaben wir die Hoffnung auf, dass dieser noch geliefert wird.

Sonntag war Leonies Geburtstag.
Diesen feierten wir ausgiebig.
Morgens gab es ausnahmsweise Kuchen zum Frühstück (was nicht zuletzt darin begründet lag, dass wir aufgrund des fehlenden Kühlschranks nichts anderes hatten).
Danach trafen wir uns mit Heike und Sascha,
anderen hier lebenden Deutschen,
im Lone Pine Park.
Dort kann man viele der in Australien lebenden Tiere bewundern.
Unter anderem gibt es dort ein Känguru-Gehege,
welches man betreten und die Tiere streicheln und füttern darf.
Leonie hatte ihre Freude daran.
Nachdem wir auf dem Rückweg noch bei Aldi einkaufen waren,
ließen wir den Abend und somit auch die zweite Woche in Australien,
mit Subway und KFC (Pommes für Leonie), langsam ausklingen.

Endlich sind wir da!!!

26.10.09, 02:08:47 by Turnschuh

Am 11.10. ging unser Flieger.Um 23:55Uhr haben wir Frankfurt verlassen und sind, nach einer Zwischenlandung in Singapur, am 13.10. morgens, in Brisbane angekommen.

Der Flug war sehr anstrengend, aber Leonie, unsere kleine Tochter, hat zum Glück circa fünf Stunden je Flug geschlafen.

Am Flughafen wurden wir von David, dem Professor und Doktorvater von Andy begrüßt und von Daniel, dem Supervisor, mitsamt unseren 6 Koffern, ins Hotel gebracht.

Exam tree

Dort haben wir uns etwas ausgeruht...vielmehr sind Leonie und ich tief und fest eingeschlafen...und Andy hat später noch ein paar Einkäufe erledigt.

Das Hotelzimmer war mit einer kleinen Küche ausgestattet, sodass wir uns selbst versorgen und somit einige Kosten sparen konnten.

Am Mittwoch waren wir dann das erste Mal in der Universität und haben den Studentenausweis für Andy beantragt. Wir fühlten uns beide (Andy und Ich) etwas unwohl und hatten Halsschmerzen, entschieden uns aber, vorerst nicht den Arzt aufzusuchen.

Am Donnerstag haben wir uns dann spontan um entschieden und doch den Arzt konsultiert.
Wir hatten Scharlach! Na prima!
Zum Glück gibt es hier alles in doppelt großen Verpackungen...auch die Medikamente.
So konnten wir uns eine Packung Antibiotikum brüderlich teilen. Sowas macht man doch gerne.

Obwohl uns nicht wirklich nach neuen Abenteuern und Reisen zumute war, holten wir später noch unseren Leihwagen ab.
Das wiederum bedeutete eine kleine Reise...zu Fuß...dann mit dem Bus auf der "falschen" Seite
(sie sagen hier nicht "falsch" sondern "anders")
...und dann wieder zu Fuß...dann wieder mit dem Bus...und dann wieder zu Fuß...

Wir hatten bereits auf ein Upgrade spekuliert und erhielten dann wirklich einen Wagen, der so ganz und gar nicht nach einem Ford Fiesta aussah.

Der Leihwagen...

Prima,Auto bekommen, Papiere unterschrieben, Kindersitz montiert...und ab ins Hotel...Hühnersüppchen essen und dann (endlich) schlafen.

Tja, das hatten wir uns so gedacht. Nachts um 4:00 Uhr wurden wir von einem zunächst zarten, dann immer energischer werdenden Stimmchen, aus dem wohl verdienten Schlaf gerissen.
Erst sagte es...dann schrie es
"Mama, Papa, hab ich Hunger, will ich aufstehen....
DIE LEONIE IST WACH!!!!....will ich spielen!!!"
und dann war die Nacht vorbei...

Am Freitag starteten wir dann das Vergnügen:
"Wir suchen uns eine neue Wohnung".
Dieses Unterfangen gestaltete sich etwas schwierig,
da aufgrund extremer Heiserkeit,
öfter mal die Stimme versagte und somit das Telefonieren nicht nur hinsichtlich der Sprachbarriere eine Herausforderung darstellte.
Nun denn, wir habe einige Termine vereinbart und
einige Wohnungen und Häuser besichtigt.

Nun wussten wir eindeutig, was wir nicht wollten.

Wir wollten unsere Wohnung nicht teilen.
Nicht mit kleinen Untermietern,
welche zuweilen relativ giftig sein könnten und außerdem nicht nur umsonst wohnen,
sondern gerne auch speisen würden.
So nicht!
Wir wollten auch nicht jederzeit den Garten sehen können (durch Ritze in Boden und Wänden).
Wir wollten auch nicht dass uns die Decke täglich etwas näher kommt...
Stückchenweise...
Wir wollten keine Schimmelpilzzüchtung im Bad und auch keine Riesenwohnung an einer Hauptverkehrsstraße...

So konnten wir diesen Tag beenden...
und immerhin begann der nächste Tag erst um fünf Uhr morgens...
mit dem selben Weckritual.

Am Samstag führten wir unsere Besichtigungstour fort und waren später bei Andys Professor zum Lunch eingeladen.
Nach dem Essen fuhren wir "Entchen füttern".
Wir fütterten "normale" Enten auf einem großen Teich und plötzlich steckte ein kleines,
für mich in diesem Augenblick nicht zu identifizierendes Tierchen, den Kopf aus dem Wasser.
Vielleicht eine kleine Schildkröte...
also beobachtete ich das kleine Wesen weiterhin und wartete, dass es an Land gehen und den Panzer aus dem Wasser ziehen würde.
Es ging dann auch an Land...
aber anstelle eines Panzers, streckte es sein Schwänzchen in die Luft und kletterte, samt Brotstückchen, ans Ufer und mampfte friedlich vor sich hin.
Es handelte sich um einen "Water-Dragon", eine Art kleiner Leguan.
Nunja, an die Tierwelt hier muss ich mich wohl noch gewöhnen...

Den Sonntag verbrachten wir im Shopping-Center.
Einer der Vorteile hier ist,
dass diese auch sonntags geöffnet haben.
Dort kauften wir Flip-Flops für die ganze Familie!


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